Baculoviren

Baculoviren sind eine Gruppe von Viren, die Arthropoden infizieren und töten können. Aufgrund ihrer hohen Pathogenität und Wirtsselektivität und ihrer Unbedenklichkeit gegenüber Nicht-Zielorganismen, sind sie ausgesprochen gut für den Einsatz in der biologischen Kontrolle von Schadinsekten geeignet. Weltweit wird ein Reihe verschiedener Baculoviren als Bio-Insektizide eingesetzt, wie z.B. Baculoviren gegen den Schwammspinner, die Gemüseeule oder den Baumwollkapselwurm. In Deutschland haben das Apfelschalenwickler-Granulovirus (AdoreGV) und das Apfelwickler-Granulovirus (CpGV) eine Zulassung.

Baculoviren besitzen eine besondere morphologische Eigenschaft, nämlich die Bildung eines Einschlusskörpers (occlusion body, OB), durch den die Viren auch außerhalb des Wirtes überdauern und ihre Aktivität bewahren können. Die Einschlusskörper bestehen aus einer Proteinmatrix, die ein oder mehrere Virionen (Viruspartikel) umschließt. Ein Virion enthält wiederum ein oder mehrere Nucleocapside (=Proteinstruktur, die das Virusgenom enthält). Die Baculoviren werden entsprechend der Morphologie der Einschlusskörper in zwei Gattungen unterteilt:

  1. Nucleopolyhedroviren (NPV): OBs enthalten mehrere Virionen. Wenn die Virionen mehr als ein Nucleocapsid enthalten, spricht man von Multiple Nucleopolyhedroviren (MNPV). Enthalten sie nur eines so werden sie als Single Nucleopolyhedroviren (SNPV) bezeichnet.
  2. Granuloviren (GV): OBs enthalten jeweils nur ein Virion mit einem Nucleocapsid.

 

Baculoviren